Erfahrungsberichte

Ein neues Zuhause auf Zeit
Hinter Jessica liegt eine schwierige Familiengeschichte. Ihre Mutter war mit einer schwerkranken zweiten Tochter sehr gefordert und konnte ihr nicht das geben, was sie gebraucht hätte. Jessica leidet unter ADHS, das heißt, sie ist immer in Bewegung und es fällt ihr schwer, sich länger auf eine Sache zu konzentrieren. Ein Medikament hilft ihr, dass sie ruhiger sein kann. Ein langer Weg liegt schon hinter der 13jährigen: Krisengastfamilie, Auffanggruppe, betreute Wohngemeinschaft: seit einem halben Jahr wohnt Jessica bei Margit Unterberger und ihrer Familie. „Jetzt goats ma total guat“, sagt sie. Hier fühlt sie sich angenommen, so wie sie ist. Natürlich gibt es Regeln und Grenzen. „Halt die ganz normalen, die es braucht, damit es allen gut geht“, sagt Margit Unterberger. Sie ist herzlich, bodenständig und „leidenschaftlich Mama“. Vier eigene Kinder hat sie, zwei sind schon selbständig. Ihre Liebe zu Kindern, ausreichend Zeit und Platz waren für sie Gründe, einen jungen Menschen aufzunehmen. „Jessica ist eine Bereicherung für uns. Sie ist lustig, chaotisch, bereit, Neues zu lernen. Wir mögen sie sehr“, sagt sie. Auch in der Schule läuft es gut. Jessica hat bereits FreundInnen gefunden. „Und die LehrerInnen gehen sehr auf ihre Bedürnisse ein“, freut sich Margit Unterberger. Wichtig ist es ihr auch, dass die Beziehung zwischen Jessica und ihrer Mutter gut ist. Die beiden sehen sich regelmäßig.